Impressum muss sein

Impressum in den sozialen Medien

Ein Impressum verrät dem Besucher einer Webseite, einem Blog oder einer „Fanseite“ auf Facebook die Identität ihres Betreibers. Damit kann sich der Besucher an den Betreiber wenden, wenn es einen Grund zur Beschwerde gibt. Dies regelt das Telemediengesetz.

Aber wo auf den vielen Seiten der sozialen Medien sollte es erscheinen?

 Ein Impressum? Was ist denn das?

Für jemanden, der soziale Netzwerke privat nutzt, ist das eine Frage, die er nicht beantworten muss. Denkt man. Zum Beispiel bei XING, wo private Profilseiten vor Kontaktdaten nur so strotzen, könnte man meinen, dass ein Impressum unnötig ist. Dem ist nicht so: Wer eine Abmahnung von der Konkurrenz vermeiden will, sollte sich informieren, wo die empfohlenen Felder für die Kontaktdaten sind.

XING

Vorweg: Auf ein Impressum kann verzichtet werden, wenn die Präsentation rein privater Natur ist und keine Dienstleistungen angeboten werden. XING ist jedoch ein berufliches Netzwerk.
Dort gibt es unter dem Profil einen Link „Impressum bearbeiten“. Für Personenprofile sollten eine ladungsfähige Adresse und Kontaktmöglichkeiten wie Telefon und E-Mail enthalten sein. „Ladungsfähig“ ist (für ein privates Profil) die Adresse des Wohnsitzes. Eine Angabe eines Postfachs genügt nicht.

Unternehmer stellen hier auch den Link zum Impressum auf Ihrer Webseite ein.

Vor ein paar Tagen (Juli 2014) entschied das LG Stuttgart jedoch, dass diese Art des Impressums rechtswidrig ist. Die Schriftgröße des Links sei zu klein, der Link stehe zu weit unten und die Angaben seien nicht im Content-Bereich zu finden, so die Begründung.

XING hat bereits angekündigt, das Design entsprechend anzupassen. Bis dahin können Sie den Link anstelle des „Profilspruchs“ direkt unter den Namen, die Berufsbezeichnungen und das Foto eintragen.

Für die geschäftlichen Seiten bei XING gilt auf jeden Fall eine Impressumspflicht.

Facebook und Unternehmen: Impressum ja - aber wo?

Auch bei Facebook gilt: Eine Unternehmensseite benötigt ein Impressum. Aus diesem Grund hat Facebook für Unternehmensseiten/ Fanseiten seit kurzer Zeit ein eigenes Feld hierfür eingeführt.

Wo Sie das Eingabefeld für das Impressum auf Ihrer Facebook-Seite finden

Dieses Feld finden Sie im Administrationsbereich unter „Seite bearbeiten“ und „Seiteninfo aktualisieren“. In der erscheinenden Liste öffnet sich das Feld, wenn man auf „Impressum“ klickt.

Google und Co.

Auch bei youtube und google+ benötigen Sie ein Impressum.

Google+ hat, wie bis vor kurzem Facebook, kein eigenes Feld hierfür. Hier werden zwei Möglichkeiten empfohlen:

  • im „Info“-Feld
  • statt dem Link zur Webseite den Link zum Impressum auf der Webseite bei den Unternehmensdaten einfügen. Am Namen des Links sollte auch erkennbar sein, wohin er führt.

Für Unternehmen, die eine Google+-Local Seite haben, sind beide Möglichkeiten nicht gegeben. Der Versuch, den Impressumslink in den Unternehmensdaten einzufügen, scheitert daran, dass google diesen automatisch verkürzt. Damit ist der Impressumslink nicht als solcher erkennbar, auch wenn es auf das Impressum führt.

Und das Info-Feld wird gar nicht angezeigt.

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, dass sie Gerichte auch hiermit befassen.

 

Update 12/15

Google+ hat ein neues Design. Es ist bisher noch nicht in allen Profilen aktuell, aber für die Firmenseiten, die sich schon für das neue Design entschieden haben gilt: Das Impressum muss an einer neuen Stelle wieder eingefügt werden.

Das empfiehlt sich jetzt:

  1. Im Profil: Geben Sie dort mit dem Hinweis "Imressum" den Link zu Ihrem Impressum ein. Leider ist dies kein klickbarer Link, und wird daher nicht ausreichen.
  2. Im Info-Feld: Hier können Sie den Link ZUSÄTZLICH klickbar einfügen. Dazu gehen Sie auf das "i" auf dem Seitenbild und geben es ein.

YouTube gehört zwar zu google, benötigt dennoch eigene Kontaktdaten oder einen entsprechenden Link. Dieses wird unter „Über uns“ eingefügt. Dort können Sie bis zu drei Links eintragen und diese mit entsprechendem Titel versehen.

Twitter

Das gilt natürlich auch, wenn Sie als Unternehmer twittern: spätestens seit der letzten Designänderung in Twitter sind die Profile mit einem Impressum zu versehen.
Auch hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Wie bei google plus im Profil den Link nicht zur Webseite sondern zum Impressum setzen
  • In die Profilbeschreibung einen Link setzen und ggf. einen verkürzten Link mit einem Hinweis „Impressum“ versehen.

Erklärung auf der Webseite

Wenn Sie die Links in die Seiten in den sozialen Medien eintragen, müssen Sie auf dem Webseiten-Impressum vermerken, für welche Medien es außerdem gilt.

Fazit:

Es mag kleinlich erscheinen. Trotzdem raten gerade Rechtsanwälte in ihren Blogs dazu, immer ein Impressum anzulegen. Es könnte eine Menge Ärger ersparen. Holen Sie sich den Rat eines Rechtsanwalts ein!

Noch ein Tipp:

Beim Erstellen eines rechtssicheren Impressums können Impressums-Generatoren wie z.B. unter http://www.e-recht24.de/impressum-generator.html helfen.

 

Edit: Dieser Beitrag wurde am 16.12.2015 überarbeitet (google, neues Design)

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