Aufsetzen und Betreiben eines Onlineshops (Teil 1)

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Als das Zeitalter des eCommerce anbrach, wagten einige Marketingexperten kühne Voraussagen: Jeder wird im Internet Geld verdienen können! Erforderlich sei nur ein Onlineshop und den Rest erledigt die Software. Oder so ähnlich... Schauen wir genauer hin: Welche Faktoren entscheiden über Erfolg und Misserfolg in Sachen eCommerce? Im 1. Teil dieses Beitrags geht es um jene Aufgaben, die erledigt werden müssen, bevor der Shop online geht.

Es herrschte Goldgräberstimmung, damals, Mitte der 1990er. Der nächste Claim schien nur einen Mausklick entfernt auf die Pioniere mit virtueller Hacke und Schaufel zu warten. Aber ganz so einfach war es dann offensichtlich doch nicht. Denn es braucht mehr als nur eine Idee und ein bisschen Webspace, um im Internet Geld zu verdienen.

Die Planungsphase: Am Anfang ist jeder Onlineshop altmodisch

Ob Sie als Einzelkämpfer ins Onlinegeschäft aufbrechen oder als erfahrener Mittelständler, macht zunächst keinen Unterschied. Sie müssen Ihr Vorhaben sorgsam planen. Das können Sie mit Bleistift und Papier oder mit einer Projektmanagementsoftware. In jedem Fall brauchen Sie viel Fantasie und – was ein Vorteil ist – Kenntnisse in BWL. Und ja, das ist altmodisch, aber haben Sie sich je gefragt, warum von den tausenden Internetfirmen der 90er nur noch eine handvoll übrig geblieben ist? Jene coolen Gründer, die mittags ins Büro kamen, bis Mitternacht blieben und nachmittags fand das große Tischkicker-Turnier statt? Der Sinn der Redewendung „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“ dämmerte jenen erst, als das Venturekapital aufgebraucht war...

Schreiben Sie einen Businessplan!

Also: Sie planen ein wichtiges Vorhaben. Sie möchten einen Onlineshop aufsetzen und mit diesem auch Geld verdienen. Deshalb formulieren Sie Ihre Idee, verfeinern diese, recherchieren und halten all Ihre Gedanken am besten in einem Businessplan fest. Klingt schon wieder so altmodisch! Aber auch die sogenannte New Economy nutzt nach schmerzhafter Bauchlandung inzwischen gern die bewährten Fundamente der Old Economy. Und das Schreiben des Businessplans zwingt Sie, sich umfassend mit Ihrem Onlineshop zu beschäftigen. Sehen Sie nicht nur die Chancen, sondern betrachten Sie auch die Risiken! Denn einen Onlineshop zu betreiben bedeutet nicht, Waren im Internet aufzulisten und auf Käufer zu hoffen. Ihr Onlineshop ist wie das Ladengeschäft in einer Einkaufsstraße. Er braucht Kunden, die von Ihrem Angebot wissen müssen, braucht also Werbung, aber auch Lieferanten und ab einem gewissen Zeitpunkt Mitarbeiter.

Der Businessplan ist unter anderem gegliedert in eine Ertragsvorschau, der Wettbewerbssituation, ihren Marketingaktivitäten und natürlich mit der präzisen Beschreibung Ihres Vorhabens. Beim Schreiben werden Sie viele Fragen beantworten und vermutlich auch auf Sachverhalte stoßen, die Sie noch gar nicht im Blick hatten. Kostenlose Vorlagen für einen Businessplan finden Sie übrigens reichlich im Internet.

Der Onlineshop nimmt konkrete Züge an

Wenn Sie den Businessplan geschrieben haben, sind Sie dem Go-Live Ihres Shops ein großes Stück näher gekommen, denn Sie haben auf die wichtigsten Fragen Antworten gefunden. Diese gliedern sich in zwei Kategorien, der betriebswirtschaftlichen Seite Ihres Shops und der daraus folgenden Umsetzung im Internet. Zum Beispiel:

Branche

In welcher Branche platzieren Sie Ihren Shop? Verkaufen Sie als Generalist Haustiernahrung oder spezialisieren Sie sich auf veganes Hundefutter?

Wettbewerbssituation / Marktbeobachtung

Wie ist die Wettbewerbssituation? Was können Sie von Mitbewerbern lernen, was würden Sie anders machen? Wie viele Mitbewerber gibt es? Wie unterscheiden Sie sich von potentiellen Mitbewerbern, so dass Sie eine Chance haben, Kunden für Ihr Angebot zu begeistern?

Lieferanten

Wer liefert Ihnen Waren? Welche Zahlungsmodalitäten können Sie mit Ihren Lieferanten vereinbaren? Oder besticken Sie Sofakissen und verkaufen diese (und sind also selbst Ihr Lieferant)? Bedenken Sie, dass Sie zum Administrieren des Shops Zeit aufwenden müssen, die dann beim Sticken fehlen wird.

Preisgestaltung

Welche Preise (Vergleich Mitbewerber!) sind aufrufbar? Decken die zu erzielenden Preise Ihre Ausgaben?

Der Name des Onlineshops

Wie wird Ihr Shop heißen? Daraus leitet sich der Name der URL ab, unter der Ihr Shop im Internet zu erreichen sein wird. Ist er leicht zu schreiben, auch wenn Kunden den Namen nur gehört haben? Für welche First-Level-Domain entscheiden Sie sich (.com, .de, .biz, .shop etc.)?

Shopsoftware

Werden Sie ein kostenloses CMS mit dem dazugehörenden Shopmodul nutzen oder entscheiden Sie sich für eine spezialisierte eCommerce-Software inkl. Service, die schnell einige Zehntausend Euro kosten kann? Passen Sie das Standard-Layout selbst an Ihr Design an? Verfügen Sie bereits über ein Unternehmenslogo und einen Slogan? Siehe weiterführend unter Partner / Dienstleister.

Produktfotos und Artikelbeschreibungen

Bekommen Sie von Lieferanten bzw. Herstellern Produktfotos und Artikelbeschreibungen zur Nutzung oder werden Sie selbst schreiben und mit dem Handy Fotos für den Shop anfertigen? Spätestens an diesem Punkt muss erwähnt werden, dass professionell gestaltete Shops deutlich erfolgreicher sind als Onlineshops mit verwackelten Fotos und Rechtschreibfehlern in den Texten, siehe Partner / Dienstleister.

Zahlungsmethoden

Welche Zahlungsmethoden bieten Sie an? Vorkasse weckt bei vielen Kunden Misstrauen, andererseits können Sie sich so vor Zahlungsausfällen schützen.

Versand

Wie versenden Sie die bestellten Waren (DHL, Hermes etc.)? Wohin liefern Sie (weltweit oder nur innerhalb Deutschlands)? Wie lange werden Kunden auf die bestellten Waren warten müssen? Verfügen Sie über Lagerkapazitäten oder wickeln Sie Bestellungen direkt über Ihre Lieferanten bzw. Hersteller ab?

Partner / Dienstleister

Welche Leistungen erbringen Sie selbst und welche Services kaufen Sie hinzu? Vielleicht benötigen Sie juristischen Rat bei der Gestaltung Ihrer AGB, der Liefer- und Zahlungsbedingungen? Sie werden vermutlich auch einen Steuerberater brauchen und eventuell eine Agentur, die Ihren Shop betreut (SEO, Online—Marketing, Produktfotos, Texte, Layout u.s.w.). Wer hält Ihren Shop am Laufen (Updates, Erweiterungen, Re-Design etc.)? Wer entwirft Ihr Logo und kreiert einprägsame Slogans für Ihren Shop? Unsere Werbeagentur kann Sie bereits bei der Planung unterstützen und beraten.

Mitarbeiter / Personal

Im Erfolgsfall werden Sie Mitarbeiter benötigen, darauf sollten Sie bereits jetzt vorbereitet sein, auch wenn bis dahin noch viel Arbeit auf Sie wartet.

 

Sie sehen, bis hier hin hatte Ihr Shop nur wenig mit online, aber viel mit Betriebswirtschaft zu tun. Im 2. Teil dieses Beitrags werden wir uns mit der Umsetzung Ihrer Idee beschäftigen: Dem Aufsetzen des Shops, das heißt, das Befüllen mit Waren (Produktfotos und Artikelbeschreibungen), dem Layout, mit ganz viel Suchmaschinenoptimierung und Internetmarketing, der Analyse der gewonnenen Nutzerdaten und Ihrem Shop im Zusammenspiel mit Social Media.

 

Produkt

Logo check&review

check&review ist das Kamerasystem und die Software für alle möglichen Spaltlampen* für hochauflösende Augen-, Augenabschnitts- oder Fluoreszenzaufnahmen in Bild und Video.
 
Das Abspeichern in Patientenverwaltungssysteme ist bereits durch Schnittstellen möglich.
 
Optisch wurde das Kameragehäuse den entsprechenden Spaltlampen angepasst.
 
Schauen Sie sich die Impressionen an unter: Software

* z.B. die Spaltlampen, Operationsmikroskope oder der Nachbau von Zeiss, Topcon, Haag-Streit oder Rodenstock.